Akrokorinth – eine Ruinenstadt für uns alleine

WERBUNG. Für unsere Reise stellt uns CARADO ein Wohnmobil zur Verfügung und im Gegenzug darf CARADO unsere Bilder für ihre Marketingzwecke nutzen. CARADO hat keinerlei Einfluss auf diesen Blog, der Inhalt spiegelt unverfälscht zu 100% unsere Meinung und Reise wieder.

Die griechische Sonne brennt unbarmherzig vom Nachmittagshimmel herunter. Wieder einmal bin ich unendlich dankbar für die Klimaanlage, die das Wageninnere unseres Carado Wohnmobils zuverlässig erträglich kühl hält. So wird unsere Autofahrt mit kleinen Kindern überhaupt erst möglich! Wir sind auf dem Weg in den Süden der griechischen Halbinsel Peleponnes. Wie so oft in den letzten Wochen lassen wir uns einfach treiben. Wir entscheiden ganz spontan, wo wir stehenbleiben und was wir uns anschauen.

Auf der Autobahn fahren wir an dem Schild „Ancient Korinth“ vorbei. Ich schaue schnell im Netz nach, um was es sich dabei handelt. Unsere Europareise als junge Familie ist etwas Wunderbares, aber der Besuch kultureller Stätten kommt naturgemäß etwas zu kurz, zumindest für meine erwachsenen Begriffe. Griechenland, die Wiege der Demokratie! Heimat höchst bedeutsamer Philosophen, Künstler und Architekten, ein Paradies für Liebhaber der Antike! Nun, bislang haben wir davon wenig mitbekommen. Nun aber sind wir zufällig nur wenige hundert Meter von den Überresten des alten Korinths entfernt. Wir sind fest entschlossen, nun endlich die Chance zu ergreifen und gemeinsam mit den Kindern die Ruinen zu besichtigen.

Erwartungen und Realität in Korinth

Ich male mir aus, wie wir gemeinsam antike Statuen und Säulen bewundern und die Kinder durch alte Tempelanlagen huschen. Wenig später werde ich von der Realität eingeholt. Das antike Korinth entpuppt sich als eine in der brütenden Sonne liegende, eingezäunte kleine Anlage, umgeben von billigen Touristenläden. Bis auf wenige Säulenreste hinter dem Zaun nichts als Steine. Noch dazu alles säuberlich abgesperrt  mit weißen Seilen. Es gibt noch ein kleines Museum, in dem verständlicherweise nichts angefasst oder entdeckt werden darf. Umzäunte, langweilige Steine in der Gluthitze? Mit Kindern ist eine Besichtigung also eine denkbar schlechte Idee. Etwas enttäuscht fahren wir weiter und ich tröste mich mit dem Gedanken an den nächsten griechischen Traumstrand mit türkis glitzerndem Meer.

Wenige Meter hinter dem antiken Korinth sehen wir einen kleinen Wegweiser, der in Richtung eines großen Tafelberges zeigt. Aus einiger Entfernung sind hoch oben die Reste einer Festungsanlage zu sehen. „Akrokorinth“ ist auf dem Schild zu lesen. Vielleicht ist es dort oben im Wind nicht ganz so heiß? Nun sind wir schon so weit gekommen ! Wir entschließen uns, doch noch ein paar Minuten weiter auf gut Glück zur Festungsanlage hinaufzufahren.

 

Oben angekommen ist es tatsächlich merklich kühler, jedoch auch unerwartet leer. Hier ist niemand außer uns und auch das kleine Café hat geschlossen. Die Aussicht ist fantastisch und die alte Festung sieht von außen absolut beeindruckend aus. Leider lässt aber die nächste Enttäuschung nicht lange auf sich warten: Die Festungsanlage schließt bereits um 16:00 Uhr. Wir sind eine halbe Stunde zu spät dran!

 

Hier bleiben wir!

Kurzentschlossen entscheiden wir uns, hier oben einfach stehenzubleiben und heute nicht mehr weiterzufahren. Die Stille und der Wind hier tun uns allen gut. Als wir dann noch eine Katzenfamilie mit Katzenbaby am verlassenen Café kennenlernen, die von den Kindern mit Fetaresten gefüttert wird, ist die Stimmung perfekt. Ich setze mich auf eine leere Bank im Café und arbeite ein wenig. Steve zaubert uns währenddessen wunderbare Spagetti mit Gemüse. Während des Essens genießen wir gemeinsam den absolut grandiosen Blick auf das Tal und die von der Abendsonne angestrahlte Festung.

 

Die Nacht ist ruhig und sternenklar. Wir schlafen voller Vorfreude mit dem Gedanken daran ein, morgen als Allererste – allein! – die Akrokorinth zu besichtigen.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufgeht, laufen wir gemeinsam um fünf vor acht den steilen Weg zum Eingangstor hinauf. Wir sind tatsächlich um diese Uhrzeit die einzigen Menschen, die die Anlage betreten. Zu unserer Überraschung ist der Eintritt sogar kostenlos.

Überraschung im Morgengrauen

Als wir die dicken Burgmauern durchschreiten, sind wir geradezu überwältigt von dem, was uns dahinter erwartet. Ein steiler, gepflasterter Pfad führt an zahllosen Türmen, Mauern und Gebäuden vorbei immer weiter nach oben. Die Anlage ist noch viel, viel gewaltiger als von außen zu erkennen! Sie erstreckt sich über den gesamten Bergrücken. Wir befinden uns also nicht nur in einer antiken Burg, sondern in einer richtigen Ruinenstadt.

Immer steiler wird der Pfad und das Ende ist nicht erkennbar. Wir steigen langsam höher. ich bin so froh, dass wir die Kühle der ersten Morgenstunden ausnutzen, um den anstrengenden Weg mit den Kindern in halbwegs erträglichen Temperaturen zu gehen!

    

Eine Entdeckung folgt nun der nächsten. Die Kinder erkunden versteckte Verliese, geheime Wege und hohe Türme. Vollkommen ungestört im Licht der aufgehenden Sonne durch diese beeindruckende Festungsstadt zu laufen, hat etwas geradezu Magisches. Wieder einmal bin ich so glücklich über unser Wohnmobil! Hätten wir nicht direkt vor der Anlage gestanden, wären wir als Familie niemals so früh hier vor Ort gewesen!

Aufstiege sind verdammt anstrengend

Wir kommen nur langsam voran und insbesondere Neo will immer wieder getragen werde. Wir können ihn gut verstehen! Selbst Zoe, die nun wirklich sehr fit ist, kommt hier an ihre körperlichen Grenzen. Der Aufstieg ist steil und insbesondere bei steigenden Temperaturen wirklich herausfordernd. Niemals hätten wir damit gerechnet, das aus unserer Festungsbesichtigung eine regelrechte Bergwanderung werden würde!

 

Zwei Stunden später sind wir, nach vielen kleinen Pausen, endlich auf dem hohen Turm auf der Westseite angekommen. Wir bewundern die atemberaubende Aussicht. Kilometerweit blicken wir ins Landesinnere, auf die Berge und das glitzernde Meer. Um uns herum zirpen die Zikaden. Die Sonne ist mittlerweile gegen zehn schon so heiß, dass ich sehr froh bin, dass wir nur noch nach unten zurück müssen. Etwas mitleidig sehe ich von hier oben auf die winzig erscheinen Touristen herab, die gerade ankommen. Sie haben diesen Aufstieg nun in der Hitze noch vor sich.

Wir nehmen uns auch für den Abstieg Zeit und Zoe freut sich sehr über die tollen Klettermöglichkeiten auf den zahlreichen Findlingen am Wegesrand. Als wir unten ankommen, sind wir alle doch recht geschafft und froh, dass unser Zuhause dort unten einladend mit gefülltem Kühlschrank, eiskalten Getränken und bequemer Sitzgruppe auf uns wartet. Als wir nach der Mittagspause losfahren, rollt gerade der erste Reisebus mit lärmenden Besuchern auf den Parkplatz. Angesichts der großen Reisegruppe ist es geradezu unglaublich, welches Glück wir hatten, die ganze Ruinenstadt alleine für uns gehabt zu haben.

Wir verlassen die Akrokorinth erschöpft, aber geradezu verzaubert. Neue Abenteuer warten auf uns, viele andere Entdeckungstouren werden wir noch machen. Diesen wunderbaren Vormittag auf der Festungsanlage gemeinsam mit unseren Kindern werden wir aber wohl unser Leben lang nicht vergessen und er wird einen besonderen Platz in unseren Herzen behalten.

Noch ein paar Fakten und Tips…

…zur absolut sehenswerten Akrokorinth: Die Festung ist die größte Burganlage Griechenlands. Das Plateau wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Süßwasserquellen stellten die Wasserversorgung sicher und der unverstellte Blick nach allen Seiten verleiht dem Berg eine strategisch geradezu ideale Lage. Jahrtausende später nutzen die Griechen den Berg. Sie errichteten dort die Akropolis, die Wehr- und Tempelanlage der Stadt Korinth. Seither war die Festung immer wieder beständigen Herrschaftswechseln und feindlichen Übernahmen unterworfen, bis sie im 19. Jahrhundert ihre strategische Bedeutung verlor und zerfiel.

Packt bei einem Besuch auf jeden Fall genug Wasser ein und vergesst die Sonnencreme nicht! Frühes Aufstehen lohnt sich hier immens.

No Comments

Post A Comment